Montag, 5. Oktober 2015

und noch mal eine andere perspektive...

... heute geht es aber um etwas anderes.

...ums erwachsen werden.

meine mutter ist immer so lieb und schickt uns hier öfters pralle pakete voll mit süßigkeiten, die es hier in deutschland nicht gibt und anderen kleinigkeiten auf die sich kinder ganz besonders freuen. und manchmal kommt auch ein altes schätzchen...


ich kann mich noch gut erinnern, dieser engel stand auf dem schrank in meinem zimmer als ich etwa fünf jahre alt war. und schon damals sah er so aus - abgeblätterte farbe, zerschlagene flügel... ich denke, er muss noch viel älter sein als ich...
als ich etwa 10-12 war, mochte ich ihn nicht mehr sehen. ich wollte ihn nicht mehr im zimmer haben. vielmehr aber z.b. george michael an der wand. und das führte immer wieder zu streitereien.

die zeiten haben sich gändert. irgendwann war es mir auch egal, dass der engel immer noch auf dem schrank stehen blieb.
dann war ich weg von zuhause. erwachsen.

vor einiger zeit erinnerte ich mich plötzlich an das kleine ding.
ich fragte meine mutter ob sie mir es schicken könnte.

als ich es aus altem zeitungspapier ausgepackt habe, musste ich so sehr staunen! ich dachte immer er wäre so klein und leicht. nicht schön, weil so beschädigt.
er ist zwar klein, aber wohl ziemlich schwer. und schön!!! mit seinen verletzungen.
so viele jahre hat er jemandem trost gespendet und für mich ist er eine erinnerung an meine kindheit, die so anders war, als eine kindheit heute zutage für die meisten kinder ist...



so verändern wir uns, wachsen heran, vieles was uns wichtig erscheint, vergeht, die anderen dinge werden von bedeutung.... manchmal lohnt ein rückblick, ein kurzes innehalten, ein kleines plätzchen im herz um die erinnerung zu bewahren.
denn alles was wir erleben macht unser leben aus.

ein freund sagte letztens, er müsse sich befreien, deswegen schmeißt er den ganzen alten krempel weg...

ich denke, frei kann man nur im kopf, im herzen sein. es sind nicht die sachen, die uns belasten. es sind die taten die wir begehen, es sind die erinnerungen, die mit den sachen in verbindung stehen.
und nur wenn man es begreift, fängt man an sich um den frieden im herzen zu kümmern.


ich wünsche euch eine schöne woche. sammelt erinnerungen, die euch ein lebenlang erfreuen!

melancholia


Kommentare:

  1. Du bist eine Philosophin, welch wunderbare Worte. Ich hab dir das schon oft gesagt, aber das denke ich auch oft von dir. Ich sehe es fast wie du, finde allerdings, dass Dinge, die bei mir rumstehen, manchmal nicht mehr zu mir gehören. Geschenke, die lieblos ankamen (nach dem Motto: Das hatte ich noch zu Haus), fliegen bei mir sofort in die Tonne, das schadet meinem Chi. Basta.
    Aber all der Müll in unseren Köpfen und Seelen, ja, das schadet uns sehr und davon gilt es sich zu befreien. Was nicht immer gelingt.

    Sigrun

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  2. Liebe Aneta,
    ja, manchmal ändert sich der Geschmack und man findet alte Sachen wieder schön. Und Sachen aus der Kindheit sind auch etwas ganz besonders.
    Aber ich entrümpel regelmäßig aus, nur was mir gefällt und mir gut tut, darf bleiben. Ich hasse es, in volle Schränke zu schauen und dort Sachen zu sehen, die ich eigentlich nicht mehr möchte.
    Dir wünsche ich mit Deinem Engel eine schöne Zeit, ganz liebe Grüße
    Nicole

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  3. Aneta, der Satz von dir „alles, was wir erleben, macht unser Leben aus“, ist so genial wie auch simpel. Jede Kleinigkeit... kann zum Berg werden, oder sich als eine Last anfühlen. Die kleinen Dinge sind mit Erinnerungen behaftet, die schön oder nicht schön sind. Und wie du sagtest, es reicht nicht sich von den Gegenständen zu befreien, wenn die Erinnerungen noch so gespeichert sind... wie leicht und schwer zugleich es ist... und das macht unser Leben aus.
    Danke für deine so schönen und tiefgründigen Worte, hab eine zauberhafte Zeit, deine Grażyna

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  4. Der Engel ist wunderschön.
    Alles Liebe vom Reserl

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  5. Der Engel ist wunderschön.
    Alles Liebe vom Reserl

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